Sonntag, 1. Februar 2009

Internet Explorer 8 RC1 im Test

 
01/2009 Daniel Dubsky

Microsofts Internet Explorer 8 steht vor der Vollendung. Im jetzt ver철ffentlichten Release Candidate sind alle neuen Features an Bord - bis zur fertigen Version geht es nur noch ums Bugfixing. PC Professionell hat einen intensiven Blick auf den neuen Browser geworfen.

Neue Features: Webslices & Schnellinfo ___

War Microsoft bisher nicht gerade daf체r bekannt, Vorreiter bei der Browser-Entwicklung zu sein, so f체hrt man mit dem Internet Explorer 8 erstmals Funktionen ein, die der Konkurrenz fehlen. Wer den neuen Browser ausprobieren will, kann seit heute den Release Candidate herunterladen. Der sollte zwar noch nicht auf Produktivsystemen eingesetzt werden, da bis zur Ver철ffentlichung der finalen Version noch Bugs gefixt werden, die die Programmstabilit채t und Performance beeinflussen. Doch zum Ausprobieren taugt er schon, da alle neuen Features an Bord sind.

Der IE8 RC1 steht in 25 Sprachen f체r die 32- und 64-Bit-Versionen von Windows Vista, Windows XP und Windows Server 2003 sowie Windows Server 2008 zum Download bereit. Eine Version f체r Windows 7 will Microsoft demn채chst mit einem Update f체r das neue Betriebssystem folgen lassen.

Gleich beim ersten Start stolpert der Nutzer 체ber eine neue Funktion des Microsoft-Browsers, die aus Datenschutzsicht bedenklich ist. Diese analysiert den Verlauf, um dem Anwender darauf basierend Websites vorzuschlagen, die zu seinen Interessen passen. Das mag vielleicht f체r User sinnvoll sein, die selbst eine kurze Recherche mit Suchmaschinen scheuen. Da daf체r aber Daten 체ber die Surfgewohnheiten an Microsoft 체bertragen werden, empfiehlt es sich, die Funktion nicht einzuschalten. Das immerhin macht Microsoft nicht automatisch, sondern l채sst dem User die Wahl.

Rein äußerlich sieht der Internet Explorer 8 seinem Vorgänger sehr ähnlich - die Unterschiede offenbaren sich erst auf den zweiten Blick. So liefert das in den Browser integrierte Suchfeld schon beim Tippen Vorschläge und Tabs werden gruppiert. Öffnet man auf einer Webseite Links in weiteren Tabs, so haben diese alle dieselbe Farbe. Das erleichtert die Orientierung bei vielen geöffneten Tabs deutlich. Ebenfalls sehr übersichtlich sich die Vorschläge, die beim Tippen in der Adressleiste gemacht werden, da Microsoft die bereits zuvor vom User eingegebenen Adressen von Seiten aus dem Verlauf trennt.

Wichtige neue Funktionen gibt es aber auch - vor allem Webslices und Schnellinfos wären hier zu nennen. Webslices ist ein recht interessantes Konzept, durch das einzelne Teile einer Webseite abonniert werden können, so dass der Anwender Änderungen erfährt, ohne die Seite aufzusuchen. Das ist praktisch, um etwa Aktienkurse zu verfolgen oder bei eBay-Auktionen auf dem Laufenden zu bleiben. Leider muss der Website-Betreiber die Teile seiner Webseiten kennzeichnen, die sich auf diese Art abonnieren lassen sollen; bis auf Microsoft bei MSN und eBay - vorausgesetzt man steigt über die richtige Seite ein - macht das noch kaum ein Anbieter. Bleibt abzuwarten, ob sich Webslices durchsetzen können, schließlich hat Microsoft dank Firefox auf dem Browser-Markt nicht mehr die dominierende Position wie noch vor ein paar Jahren.

Praktisch sind auch die Schnellinfos, im englischen Accelerators genannt. Mit ihnen lassen sich Teile einer Website per Kontextmen체 zu anderen Diensten 체bertragen, etwa um Texte in Mails und Weblog-Beitr채ge zu 체bernehmen, Namen bei Xing nachzuschlagen, Begriffe zu 체bersetzen oder an Microsofts Live Search weiterzureichen. Eine ganze Reihe von Schnellinfos bietet Microsoft bereits an. Diese sind in k체rzester Zeit installiert. Zudem ist davon auszugehen, dass es schnell mehr werden, wenn die Betreiber von Verzeichnissen und Nachschlagewerken eigene Schnellinfos bereitstellen.

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