Freunde des zuverlässigen XP dürfen sich nichts vormachen: Mit dem Einstellen des Mainstream-Supports im April 2009 beendet Microsoft die aktive Arbeit an XP. Nur noch die Sicherheitslöcher wird Microsoft für weitere fünf Jahre stopfen – eine kulant verlängerte Restpflege für ein Auslaufmodell. Auch die Hard- und Software-Hersteller werden das inzwischen acht Jahre alte System immer seltener berücksichtigen. Aber steht ab sofort Vista im Fokus? Keineswegs. Der Hoffnungsträger heißt Windows 7 – bei Herstellern wie bei Anwendern. Das kommende Windows ist mit Vista technisch eng verwandt, aber andererseits so deutlich verbessert, dass für Vista keine Daseinsberechtigung mehr bleibt.
Vorteile von Windows 7
Klare Gegenanzeigen zu Windows 7 gibt es wenige, die Vorteile überwiegen eindeutig. Trotzdem eignet sich das nächste Windows nicht für jeden und nicht für jeden Einsatzzweck: Die Neuerungen von Windows 7 bedeuten für Vista-Anwender keinen, für XP-Anwender geringen Lernaufwand. Das heißt: Viele Verbesserungen fallen ins Auge, und der Einsatz gelingt intuitiv. Windows 7 bringt native Unterstützung für neueste Hardware mit (Biometrie, Multitouch). Bei Problemen mit älterer Hardware kann fast überall der Vista-Treiber aushelfen. In den seltenen Fällen von inkompatibler Software können Sie sich meist mit Admininstrator-Rechten oder dem Problem Compatibility Wizard weiterhelfen. Windows 7 ist das fertige, schnellere und schlankere Windows Vista – ein Argument für alle, die Vista optisch attraktiv finden, aber vor dessen Mängeln zurückschrecken. Gegenüber einem Mac hat ein Windows-PC das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein moderner Rechner mit Windows 7 ist günstiger und kann technisch wie optisch mithalten. XP-Anwender, die sowohl Vista ablehnen als auch Apples Mac und Linux, haben auf Dauer keine Wahl: Windows XP ist ein Auslaufmodell, Windows 7 der zukunftssichere Nachfolger (mit Treibern, Software, Hotfixes, Updates).
Hier müssen Sie abwägen
Windows 7 ist auch auf Netbooks und generell auf schwächerer Hardware einsatztauglich. Dennoch: Wer ganz sachlich das Optimum aus einem schwach motorisierten System herausholen möchte, fährt mit XP oder Linux besser. Um XP auf einem älteren, aber gut ausgestatteten PC abzulösen, ist Windows 7 verglichen mit Vista das eindeutig bessere Upgrade. Die Hardware-Voraussetzungen müssen aber erfüllt oder – besser – übertroffen werden. Mit Windows 7 bekommen Sie ein ambitioniertes und gelungenes Tuning auf Basis des Vorgängers Vista. Wer allerdings mehr, nämlich ein fundamental neues System erwartet, wird enttäuscht.
Nachteile von Windows 7
Windows 7 streicht mit Windows Mail, Windows Fotogalerie, Windows Movie Maker eine ganze Palette beliebter Zubehör-Software – Microsoft verweist auf die Live-Alternativen dieser Programme. Windows 7 verspricht, das bislang beste Windows zu werden. Aber auch Windows 7 ist ein Windows NT, und alle Systeme der NT-Linie waren bisher immer erst nach SP1 oder SP2 ausgereift. Vorsichtige Anwender sollten daher mit dem Kauf von Windows 7 warten, bis das erste Service Pack da ist.